Rotstift zur Blauzunge
Mit dem
Mückenflug werden unsere Rinder, Schafe und Ziegen mit dem Virus angesteckt. 10
% dieser Tiere erkranken mehr oder weniger stark, die Mortalitätsrate ist
gering. Im Braunvieh-Heft belese ich mich, dass kranke Tiere weniger fressen,
weniger Milch produzieren und oft Fruchtbarkeitsstörungen und Aborte haben.
Mit dem
Impfobligatorium werden 100 % der Tiere mit dem Virus infiziert. Natürlich, der
Erreger ist zerstückelt und tot. Und dennoch wird die Bildung von Antiköprern
gegen die Krankheit erwartet. Dass die Impfung aber Fruchtbarkeitsstörungen und
Aborte auslöst wird zur Unmöglichkeit erklärt. Natürlich sind Aborte nichts
Ungewöhnliches in der Landwirtschaft. Wenn sich aber Fälle auf Einzelbetrieben
häufen und erstaunlich mehr Kümmerkälber geboren werden, Schafe und Ziegen viel
später als üblich ablammen und auch hier ein hoher Anteil von Tot- oder
Kümmergeburten zu verzeichnen ist, sind Fragezeichen erlaubt.
So gar
nicht klar sein will mir, wieso eine Auffrischungsimpfung alle Jahre nötig ist.
Sicher werden sich unsere Tiere in Zukunft mit anderen Serotypen
auseinandersetzen müssen. Gegen den Serotyp 8 wurde aber schon 2008 geimpft.
Tiere, die über die Mücke infisziert werden, bauen einen lebenslänglichen
Schutz auf, die Impfung schafft dies somit nicht?
Mit der
behördlichen Erklärung zur Seuche wird der Verlust von erkrankten Tieren
entschädigt. Aber nur die geimpften Tiere profitieren vom Seuchenstatus, und
die werden ja nicht krank. Im Nachbarland Oesterreich wurde das
Impfobligatorium aufgehoben, da der Staat nicht mehr bereit ist, die Kosten der
Impfung (und vielleicht auch von Impfschäden) zu übernehmen.
Wenn wir
die Impfung unserer Tiere verweigern, kommen wir mit dem Gesetz in Konflikt.
Zusätzlich werden die Tiere für die Alpung nicht zugelassen, was ich als
grössere Schikane empfinde. Im gleichen Alpsommer können aber wegen BVD
gesperrte Tiere gesömmert werden. Unter Auflagen, aber das Risiko ist doch
erheblich, handelt es sich doch hier um eine Krankheit mit Status auszurottende
Seuche. Die Ansteckungsgefahr für die anderen Rinder ist also nicht nur gering.
Wird hier
mit ungleichen Ellen gemessen?
Beat
Habegger, Summaprada